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Liebe
Leserinnen und Leser,
„Alarm in den Schulen: Die Computer kommen“,
schrieb der Spiegel 1984. Die Aufregung hätte er sich sparen können,
denn die Computer kamen im Schneckentempo. Viele Schulen haben bis heute
keine vernünftige technische Ausstattung. Oder ihr Internet schwächelt,
weil die Politik den Breitbandausbau verschlafen hat. Und nicht nur den.
Ein 14-Jähriger startete kürzlich eine
Petition für digitales Lernen. Ihm selbst bringt ein Erfolg wohl
nichts mehr, aber bestimmt seinen Kindern.
Optimistisch grüßt die
Redaktion von BayernUp2Date
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Inhalt:
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WLAN ins Grundgesetz
+ Digitalpolitische Gremien
+ Breitband und 5G
+ Echt jetzt?
+ Termine
+
An-
und abmelden, PDF, Impressum
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WLAN ins
Grundgesetz
Der
Digitalpakt ist ein Lehrbeispiel dafür, wie die Politik an den
Bedürfnissen vorbeiregiert. Lehrer, Schüler und Eltern warten seit 2016
auf die fünf Milliarden, mit denen der Bund den Schulen Breitband, WLAN
und Tablets finanzieren will. Obwohl Bildung Ländersache ist, sollte das
mit Artikel 91c des Grundgesetzes möglich sein. Doch
Bund und Länder wurden sich nicht einig. Deshalb beschloss der
inzwischen neue Bundestag Ende November, das
Kooperationsverbot zu lockern, also das
Grundgesetz zu ändern. Dagegen wehren sich alle Bundesländer: die
reichen, weil sie um ihre Bildungshoheit fürchten, die armen, weil ihnen
das
Geld für Kofinanzierung fehlt. Nun soll der Vermittlungsausschuss
sich etwas einfallen lassen. Der Digitalpakt kommt wohl erst
im Sommer 2019. Nicht nur der
DGB ist genervt.
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Digitalpolitische
Gremien
Die Bundesregierung hat kein Digitalministerium. Warum nicht, haben wir
im
Märznewsletter erklärt. Weil die Arbeit trotzdem irgendwo gemacht
werden muss, gibt es eine Digitalministerin, den Digitalrat, das
Digitalkabinett, die Datenethikkommission, eine Kommission
Wettbewerbsrecht 4.0, die „Denkfabrik digitale Arbeitswelt“ und zwei
Enquetekommissionen zur Digitalisierung. Außerdem jede Menge Strategien:
die Umsetzungsstrategie Digitalisierung, die Blockchain-Strategie, die
KI-Strategie ... Wie das alles zusammenhängt, steht in der
Antwort auf eine Anfrage der Grünen. Bayern wiederum hat ein
nagelneues Digitalministerium, dessen Aufgaben die nagelneue Ministerin
ein wenig vage mit „koordinieren“ beschreibt. Von der gemeinsamen
Digitalkommission, die Bayern und NRW gründen wollen, wusste sie
beim
Interview vermutlich noch nichts.
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Breitband und 5G
Der Bundestag hat gerade ein
Gesetz auf dem Tisch, das Fehlanreize beim Glasfaserausbau
verhindern soll. Vereinfacht gesagt geht es darum, dass Glasfaserkabel
zwar gleich mitverlegt werden sollen, wenn jemand einen Graben für
Abwasserrohre buddelt, aber nicht, wenn er sowieso schon Glasfaser
verlegt. Sonst passiert nämlich das, was
extra 3 am 5. Dezember gezeigt hat (ab Minute 4:20). Scheint eine
lukrative Sache zu sein. Ob es bei 5G, der fünften Generation des
Mobilfunks, zu ähnlichen Absurditäten kommt? Noch sind die Lizenzen
nicht vergeben, aber die drei größten Netzbetreiber stehen in den
Startlöchern. Wenn wir das richtig verstanden haben, wollen sie
Milchkannen nicht zu Sendemasten machen und liegen damit auf der
Linie der Bundesbildungsministerin. Sie bevorzugen
Laternenpfähle und Hinweisschilder (S.3 unten). ver.di findet die
Versteigerung der 5G-Frequenzen grundsätzlich unsinnig. Man solle
stattdessen endlich das
Netz flächendeckend ausbauen. Die Betriebsräte der drei
Netzbetreiber protestieren gemeinsam gegen das Roaming, also gegen die
Pflicht, der Konkurrenz das eigene Netz zu öffnen. Das könnte nämlich,
fürchten sie, Zehntausende
Arbeitsplätze kosten.
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Echt jetzt?
Noch sind Politiker Menschen aus Fleisch und Blut. Doch die Roboter
holen auf. Sie besitzen einen
Pass, bestehen
Prüfungen und werden neuerdings sogar Mitglied in Vereinen.
Angestellte Schweiz, ein 100 Jahre altes Mittelding zwischen
Arbeitgeberverband und Gewerkschaft, hat am 1. Dezember den ersten
Roboter als Mitglied aufgenommen. Fehlt bloß noch, dass die
Neuseeländer 2020 tatsächlich einen
Roboter zum Premierminister machen. Entscheidet die Politik dann
womöglich nur noch rational? Wären wir Politiker, würden wir jetzt sehr
nervös.
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Termine
- Donnerstag 27. Dezember bis Sonntag 30.
Dezember 2018, Leipzig: „Chaos Communication Congress 35C3“.
Infos
- Montag 7. bis Freitag 11. Januar 2019,
Bielefeld: „Pressekonzentration, Redaktionssterben: Der
Umgang mit neuen Medien und seine Auswirkungen auf die Demokratie“.
Seminar von ver.di GPB.
Infos
- Dienstag 15. Januar 2019, 18-20 Uhr,
Berlin: „KI macht Arbeit“. Veranstaltung des DGB.
Infos und Anmeldung
- Mittwoch 16. Januar 2019, 18-20 Uhr,
München: „Frauen in der digitalen Transformation“.
Veranstaltung des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale
Transformation.
Infos und
Anmeldung
- noch bis 19. Mai 2019, Hamburg: „Out
of Office. Wenn Roboter und KI für uns arbeiten“.
Ausstellung im Museum der Arbeit.
Infos
Ihre Hinweise auf Veranstaltungen zur
Digitalisierung greifen wir gerne auf. Bitte per
E-Mail an die Redaktion
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