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Liebe
Leserinnen und Leser,
Zeit ist Geld, schrieb Benjamin Franklin in den „Ratschlägen für
junge Kaufleute“. Aus Sicht eines Unternehmers verständlich, schließlich
bezahlt er jede Stunde, die jemand für ihn arbeitet. Dass Zeit mehr wert
sein kann als Geld, haben die Gewerkschaften deutlich gemacht, 2016 die
Eisenbahner und kürzlich die IG Metall. Eisenbahner können zwischen Geld
und Freizeit wählen, Metaller dürfen künftig zwei Jahre lang sieben
Stunden pro Woche weniger arbeiten - wenn sie mit weniger Geld zufrieden
sind. Im Sport gibt es das meiste Geld für die wenigste Zeit, auch davon
berichten wir. Genug Zeit zum Lesen wünscht
Ihre
Redaktion von BayernUp2Date
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Inhalt:
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Hauptsache flexibel
+ Wenn die Tage kürzer werden
+ Ist Effizienz gesund?
+ Und jetzt zum Sport
+ Termine
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An-
und abmelden, PDF, Impressum
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Hauptsache flexibel
Flexibles Arbeiten gab es schon vor dem Ausbruch der digitalen
Transformation. Flexibel waren gewöhnlich die Arbeitnehmer, die sich den
Wünschen des Unternehmens anpassen mussten. Dann
erlaubte IBM den Beschäftigten, über ihre Arbeitszeit selbst zu
bestimmen. Diese Art von Zeitsouveränität
betrachtet Karl-Heinz Brandl von ver.di mit Skepsis, nicht zuletzt
weil sie sehr viel Disziplin erfordert. Nun hat die IG Metall eine
völlig neue Option eröffnet: Beschäftigte dürfen mehr als die üblichen
35 Stunden arbeiten, aber auch weniger, nämlich zwei Jahre lang 28
Stunden pro Woche. Wer Schicht arbeitet, Kinder betreut oder Angehörige
pflegt, erhält auf Wunsch statt Geld acht freie Tage oben drauf. So
könne man,
meint die Süddeutsche Zeitung, herausfinden, ob Menschen in Zeiten
von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz letztlich mehr oder
weniger arbeiten.
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Wenn die Tage
kürzer werden
Am heftigsten war es zwischen 1830 und 1860: 14 bis 16 Stunden Arbeit
pro Tag, 85 Stunden pro Woche („Der
Kampf um die Arbeitszeitverkürzung ...“, S. 2) Heute heißt eine
30-Stunden-Woche „kurze Vollzeit“, und die Gewerkschaften, die sich
einschlägigen Aufrufen des Wirtschaftswissenschaftlers Heinz-Josef
Bontrup lange
nicht anschließen mochten, können ihr inzwischen etwas abgewinnen.
Bei gleichem Lohn sechs oder gar nur fünf Stunden am Tag arbeiten:
Funktioniert das? In Göteborg hat man
gute Erfahrungen gemacht, auch wenn es ein teures Vergnügen ist. Die
Leute arbeiteten konzentrierter. Das
bestätigt eine Unternehmensberatung in Bielefeld, die mit
5-Stunden-Tagen experimentiert, ebenso ein amerikanischer
Hersteller von Paddelbrettern. Durch Digitalisierung sei Arbeit so
verdichtet, dass man ohnehin höchstens sechs Stunden am Stück arbeiten
könne. Und einen Teil der Aufgaben übernähmen ja auch Computer und
Internet.
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Ist Effizienz
gesund?
Also effizienter arbeiten, und alles wird gut? Ob derart konzentriertes
Arbeiten gesund ist, zeigt sich wohl erst in ein paar Jahren. Die
Diskussion über Arbeitszeit nahm 2015 erneut Fahrt auf, als das
Bundesarbeitsministerium sein
Weißbuch Arbeiten 4.0 ankündigte, ein Handbuch für die Arbeitswelt in
Zeiten der Digitalisierung. Arbeitgeber fanden, das Arbeitszeitgesetz
müsse vom Tisch, denn es behindere die Wirtschaft. Die Gewerkschaften
sagten, man dürfe auf keinen Fall die Ruhezeiten kürzen.
Ständige Erreichbarkeit mache krank, und wer mehr als acht Stunden
pro Tag arbeite,
lebe gefährlicher. Klar ist aber auch: Wer selbst bestimmt, wann und
wo er arbeitet, kommt mit Zeitdruck und Arbeitsverdichtung besser
zurecht.
Souveränität ist die Lösung, heißt es dazu im Abschlussbericht der
Kommission zur Arbeit der Zukunft.
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Und jetzt zum Sport
Wir schalten um zu den Olympischen Winterspielen nach Südkorea, ins
Welli Hilli Ski Resort nicht weit von Pyeongchang. Beim weltweit ersten
Skirennen für Roboter gewann Lee Sok-Min vom Team TaekwonV. Er
schaffte die fünf Tore des Riesenslaloms in 18 Sekunden, erhielt das
Preisgeld von 10.000 Dollar also deswegen, weil er besonders kurz im
Einsatz war. Kurz und effizient. Eine Idee für kommende
Tarifverhandlungen?
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Termine
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Donnerstag/Freitag 1./2. März 2018, Bildungs- und Tagungszentrum
HVHS Springe: „Einstieg in die Digitalisierung“.
Info und Anmeldung
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„Masterplan Bayern digital II“, Regionalkonferenzen
2018 des bayerischen Wirtschaftsministeriums: Donnerstag 8. März
(Augsburg), Montag 12. März (Regensburg) und Mittwoch 21. März
(Würzburg).
Info und Anmeldung
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Montag 9. April 2018, Bildungs- und Tagungszentrum HVHS Springe:
„Lernvideos erstellen und einsetzen“.
Info und Anmeldung
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Dienstag 10. April 2018, 12:30-18:30 Uhr, Gaszählerwerkstatt
München: Konferenz „Empowerment und Beteiligung in der
agilen Arbeitswelt“.
Info und
Anmeldung
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Donnerstag/Freitag 12./13. April 2018, Berlin: ver.di
Digitalisierungskongress „Gemeinwohl in der digital
vernetzten Gesellschaft: Wir arbeiten dran!“
Info und Anmeldung
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Montag 16. April 2018, 10-17:30 Uhr, Bildungs- und Tagungszentrum
HVHS Springe, 3. Werkstattgespräch gute digitale Arbeit und
Mitbestimmung: „Digitalisierung und betrieblicher
Datenschutz“
Info und Anmeldung
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Freitag 20. bis Sonntag 22. April 2018, Brannenburg:
„Wahrheit oder Lüge - Fake-News und die Folgen“. Seminar
des ver.di-Bildungswerks Bayern.
Info und Anmeldung
Ihre Hinweise auf Veranstaltungen zur
Digitalisierung greifen wir gerne auf. Bitte per
E-Mail an die Redaktion
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Verantwortlich:
Hans Sterr, ver.di Bayern,
Schwanthalerstraße 64, 80336 München
Tel. +49 89 59977 2102,
hans.sterr@verdi.de,
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Redaktion:
Ursula Walther,
uwa-bayernup2date@web.de
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